Freigänger

Freigänger Katzen

Hauskatze oder Freigänger? Die grundsätzliche Frage in der Katzenhaltung

Wenn Familienzuwachs in Form eines kleinen Kätzchens ansteht, so müssen Sie sich nach wenigen Tagen oder Wochen die Frage stellen, wie viel Freiräume und Freiheiten der Katze zugestanden werden soll. Die Entscheidung ist im Grunde endgültig. Sollte eine Katze bereits in den Genuss des Freigänger-Daseins gekommen sein; so kann ihr diese Freiheit nicht einfach nach einiger Zeit wieder genommen werden. Die nunmehr eingesperrte Katze wird gegen diesen Zustand rebellieren und Ihnen durch Schreien, Toben oder auch durch Protest-Pinkeln deutlich signalisieren, ihr Freigang zu gewähren. Der Umgekehrte Fall, das Freilassen einer Wohnungskatze, beispielsweise in Folge eines Umzugs von der Stadt aufs Land, ist hingegen meist problemlos. Aber auch hier gilt: Einmal gewährte Freiheiten sollten auch unbedingt weiterhin gewährt werden.

Freigänger, Kitten mit Vogel
Freigänger-Kitten mit Vogel

Tipps zum ersten Freigang der Katze

Tipp 1 – Die richtige Katzenklappe

Die Grundlage der Freilassung bildet das Erklären der Funktionsweise der Katzenklappe. Je nachdem, wie schnell Ihr Stubentiger von Begriff ist, wird er die Katzenklappe auch bald durch „VORMACHEN“ verstehen. Zeigen Sie der Katze wie die Klappe funktioniert! Am besten ist Sie installieren eine so genannte „4-Wege-Katzenklappe„. So können Sie den wilden Draufgänger durch eine einseitige Verriegelung auch bei Bedarf wieder einfangen – beispielsweise um Termine zum Impfen beim Tierarzt wahr zu nehmen.

Tipp 2 – Dabeisein

Wie sicher die Katze beim ersten Freigang verhalten wird hängt in erster Linie vom Naturell und Charakter der Katze ab. In der Regel sind sie sehr vorsichtig und erkunden das neue Revier nur sehr zaghaft. Sie sollten als Katzenhalter unbedingt bei den ersten Schritten dabei sein. Die Katze wird sich ständig vergewissern, dass alles OK ist und Herrchen / Frauchen noch da sind.

Tipp Nr. 3: Hunger

Am besten Sie lassen die Katze nicht völlig gesättigt ins Freie. Lassen Sie beispielsweise eine Mahlzeit vor dem Freigang ausfallen, die dann später nachgeholt wird. Der ehemals verwöhnte Stubentiger so mit ziemlicher Sicherheit wieder in die Arme des Halters getrieben. Ebenso können Sie die Katze so auch besser beispielsweise mit Leckerli wieder nach-Hause-locken.

 

Check: Besser eine Wohnungskatze oder Freigänger?

Angehende Katzenhalter in einer Stadtwohnung oder einer stark bebauten und befahrenen Wohngegend sollten sich gut überlegen, ob dieses Umfeld der Natur der Katze entspricht. Als gezähmtes Raubtier fühlt sich eine Katze in der unberührten Natur, mit vielen Versteck- Kletter oder auch Jagdmöglichkeiten am liebsten. Verkehrslärm, Baustellen oder auch Abgase passen nicht in das gezeichnete Idealbild einer Katzenumgebung. Insofern scheint die Katzenhaltung in Wohnungen in einem städtischen Umfeld durchaus eine angemessene Alternative zu sein. Falls Ihre Wohnung jedoch nicht über ausreichend groß sein sollte und über Möglichkeiten zum Klettern, Verstecken und Spielen verfügt, so sollten Sie, auch im eigenen Interesse, am besten von der angestrebten Katzenhaltung absehen. Um die jeweiligen Vor- und Nachteile der Katzenhaltung besser einschätzen zu können, hat das Team von Stubentigerchen.de sich einmal die Mühe gemacht und eine Übersicht erstellt:

 

Wohnungskatze

Freigänger-Katze

KatzentoiletteDringend benötigt; auf jedem Stockwerk der Wohnung sollte daher für jede Katze eine Katzentoilette aufgestellt werden.Erledigt die Katzentoilette in der freien Natur und vergräbt die Exkremente in lockerem Sand oder in der Erde
FutterKommt in der Regel mit Trockenfutter aus. Von einer reinen Fütterung mit Nassfutter ist dringend abzusehen. Braucht den „Widerstand“ beim Kauen als Reiz für die Zähne. Kommt in der Regel auch nicht so geballt mit Würmern in Kontakt (im direkten Vergleich).Neben den Fütterungen durch den Katzenhalter steht auch die eine oder andere Maus oder ein Vogel auf dem Speiseplan.
Chippen / Tätowieren In der Regel reicht eine Tätowierung im Katzenohr aus.Ein Freigänger muss unbedingt mit einer Art Personalausweis ausgestattet werden. Das kann eine einfache Tätowierung im Ohr sein; oder auch ein implantierter Mikrochip unter der Haut der Katze. Nur so ist beispielsweise bei Unfällen mit Verletzungen eine schnelle Zuordnung möglich.
Kletterbäume & SpielzeugWohnungskatzen brauchen Abwechslung, um dem tristen Alltag zu entkommen und um ihre Sinne und Reize zu schärfen. Katzenhalter sollten daher auf einen hochwertigen Katzenbaum und angemessenes Spielzeug achten. Wichtig ist auch, als Mensch mit der Wohnungskatze ZEIT zu verbringen.Freilaufende Katzen zeigen sich bei ihren Stippvisiten beim Herrchen oder Frauchen oftmals gelangweilt von den dargebotenen Kletter- und Spielmöglichkeiten. „Draußen“ im eigenen Revier ist das Leben eben meistens deutlich spannender und abwechslungsreicher.
InvestitionenUm der drohenden Langweile zu entrinnen, benötigt ein Stubentiger deutlich mehr Spielzeug und einen ausreichenden Kletterbaum. Ebenso ist bei einer Einzel-Haltung eine Sterilisation / Kastration nicht unbedingt von Nöten (aber eventuell ratsam).Eine Freigänger-Katze benötigt in der Regel lediglich eine Katzenklappe (am besten eine 4-Wege-Klappe), sowie eine Markierung (Chip / Tattoo). Da die Katze unweigerlich auch auf andere Freigänger und wilde Streuner treffen wird, sollte sie auch unbedingt durch einen Tierarzt kastriert sein.