Streunerkatzen

Wer bisher dachte, Streunerkatzen gehören lediglich in Ländern Südeuropas zum normalen Straßenbild, der irrt. Auch im angeblich ach so tierfreundlichen Deutschland fristen tausende Streunerkatzen ein eher trauriges Dasein abseits All-Inklusive Mentalität eines verwöhnten Stubentigers. Wild lebende Katzen sind jeden Tag gefordert etwas zu Fressen zu finden, Parasiten und den Entbehrungen und Gefahren des Alltags zu trotzen. Das Leben von Streunerkatzen hat bei näherer Betrachtung leider praktisch kaum etwas mit einer romantischen Vorstellung von Wildnis und Freiheit zu tun. In den meisten Fällen lässt sich daher auch eindeutig der jeweilige Lebensstil der Samtpfoten auf einen Blick erkennen. Ein zerzaustes Fell, unbehandelte Wunden und ausgemergelte Körper zeugen vom harten Alltag und mangelnder Gesundheit von Streunerkatzen.

Hilfe 1 – Soll ich Streunerkatzen füttern?

Als Tierfreund fällt Wegschauen schwer; doch wer damit Beginnt eine dahergelaufene Miezekatze zu füttern übernimmt durch diese Handlung automatisch auch Verantwortung für das Tier! Das Tier wird sich schnell an diesen willkommenen Service gewöhnen und die Fütterungen nach kürzester Zeit als Selbstverständlich ansehen. Diese Streunerkatzen werden ein großes Stück weit von dem angebotenen Katzenfutter abhängig und tun sich mit der herkömmlichen Nahrungsbeschaffung durch Jagen und Stöbern zunehmend schwerer. Sie als neuer Dosenöffner müssen sich darüber im klaren sein, dass die Tiere auch bei Krankheit, Urlaub oder Umzug der Vertrauensperson weiterhin auf den Futter-Service angewiesen sind. Haben Sie verlässliche Nachbarn oder Bekannte die für Sie einspringen wenn Not am Mann sein sollte?

Hilfe 2 – Kastration streunender Samtpfote

Davon haben bisher leider erst die wenigsten Menschen gehört. Um nicht nur die direkten Symptome der verwilderter Miezen zu bekämpfen, sondern um das Problem von Streunerkatzen an der Wurzel anzupacken ist es sinnvoller deren unkontrollierte Vermehrung zu bremsen. Ein Kätzin kann es jedes Jahr auf bis zu 20 Kitten als Nachkommen bringen, die wiederum bereits nach ein einiger Zeit geschlechtsreif werden. Das schnelle Wachstum der wildlebenden Katzenpopulation verschärft aufgrund steigender Konkurrenz noch die Situation und Probleme aller Streunerkatzen einer Stadt. Hier greift das Konzept von gezielten Kastrationen. Die Tiere werden durch Lebendfallen gefangen und anschließend kastriert und wieder freigelassen. Denn eine Zähmung und Vermittlung von  Streunerkatzen ist in den wenigsten Fällen möglich. Sie sind zu verwildert und scheu. Als Tierfreund bietet sich eine so genannte Kastrationspatenschaft an; denn die hilfreichen Kastrationen durch Tierärzte sind leider trotz viel ehrenamtlichen Engagement nicht umsonst und kosten viel Geld das in Form von Spenden aufgetrieben werden muss.

Streunerkatze auf Chalkidiki (GR)
Streunerkatze auf Chalkidiki (GR)